Hier eine kleine Baubeschreibung für Olaf sein neues ROV.
Angespornt durch Dirks ROV Scrooge wollte ich es auch wagen so ein kleines hoch manövrierbares ROV zu bauen. Geliebäugelt habe ich zunächst mit einem Greifer, habe mich dann aber doch für eine Variante mit Kamera entschieden.
Das Grundkonzept und die Bauweise sind im Prinzip die gleichen wie die meines U-Boot-Fisches, nur das es hier keinen mittleren Verschlußring sondern einen Verschlußdeckel am Heck gibt, an dem auch die gesamte Technik befestigt ist.
Dieser Deckel ist ein Alu-Drehteil mit einer Nut für einen O-Ring 42 x 2 mm. Der Druckkörper ist wieder ein Stück Abflussrohr, Außendurchmesser 50 mm. Vorne ist ein Absatz angedreht, so dass die halbe Plexiglas-Kugel aufgesteckt und verklebt werden kann. Großzügiges anschleifen nicht vergessen, da das Rohr aus Polypropylen (PP) ist. Dieses Material läßt sich leider nicht so gut kleben. Stabilit Express geht so. Ich verwende derzeit 2-Komponenten-Klebstoff für Dehnungsmeßstreifen. Der ist nur leider etwas teuer.
Die Akkus sind in dünnwandigen Alurohren mit gedrehten Verschlußdeckeln außerhalb des Druckkörpers untergebracht. Das schafft Platz im Innern. Zuerst wollte ich 1300mAh Mignon-Zellen (ca. 25g je Akku) verwenden. Da aber die ersten Tauchversuche denen eines Steines ähnelten habe ich auf 650 mAh Micro-Zellen (ca. 12 - 15 g) zurückgegriffen. Da die Rohre nun schon fertig und an den Druckkörper angeklebt waren habe ich den Größenunterschied durch Schaumstoff ausgeglichen. Die Akkus dürfen Ihre Lage auf keinen Fall verändern, sonst ist die schöne waagerechte Trimmung dahin. Die Verschlußdeckel kann man z.B. gut mit Silikon abdichten.
Die großen" Motoren sind mit aufgedoppelten, zurechtgefeilten ABS-Platten einfach an den Druckkörper angecklebt. Die Propeller sind aus 0,3 mm MS-Blech gebastelt. Ich habe einfach mit einem Zirkel den Außendurchmesser und einen Innenkreis auf das Blech gezeichnet. Anschließend habe ich mit einem Geodreieck Linien durch den Mittelpunkt im Winkel von 15 Grad aufgezeichnet.
Mit der Super-Bastelschere meiner Frau habe ich dann die Kreise ausgeschnitten und ringsum gleichmäßig bis zum Innenkreis das ganze eingeschnitten (Hää? Ist das verständlich). Durch die Schere werden die Schaufeln zumindest für eine Drehrichtung von selber richtig herum gebogen. Für die andere Drehrichtung muß man mit einer spitzen Zange die Schaufeln andersherum verdrehen.
Man kann das natürlich auch sein lassen, hat dann aber gerade bei einem U-Boot mit starker Krängung und wegdrehen wie bei einem Hubschrauber zu kämpfen. Zum Schluß noch ein Loch in die Mitte bohren und das Ganze auf die Motorwelle kleben. Wenn der Motor noch ein kleines Ritzel hat geht das eigentlich ganz prima. Vorsicht das kein Kleber ins Motorlager kommt. Meine Propeller sind der Weisheit letzter Schluß leider auch noch nicht, wie man ohne Zweifel auf Dirks ROV- Seite sehen kann.
Die Kortdüsen bestehen aus dem gleichen Alu- Rohr wie die Akku- Rohre. Ringsum sind drei Nuten mit einer Dreikantschlüsselfeile eingebracht. In die Nuten habe ich 0,8mm MS-Draht eingeklebt und anschließend so gebogen, dass Motor und Kortdüse zentriesch sind. Auch das geht, wie man sieht eleganter.
Oben auf dem Druckkörker habe ich noch ein 16er PG-Verschraubung (Elektozubehör) aufgekelbt. Durch diesen Zugang wird das Kamerakabel durchgeführt und nach einschieben der Technik, an die Platine angesteckt. Alternativ kann ich, Gott sei dank, auch ohne Kamerakabel fahren. Das Kabel ist zwar nur 1,9 mm im Duchmesser und einigermaßen flexibel. Ein 300 g Boot wird aber doch ziemlich in seiner Bewegungsfreiheit behindert.
Zum oberen Aufbau brauche ich nicht viel zu sagen, denke ich. Die Bilder sprechen für sich. Nur soviel: der Bugmotor ist direkt mit seiner Kortdüse an den MS-Draht angeklebt. Der MS-Draht ist gleichzeitig Träger und Minus-Pol der 3mm LED-Scheinwerfer.
Noch ein bißchen was zur Technik. Als Drehzahlsteller habe ich wieder leicht modifizierte Servoelektroniken von Conrad verwendet, mit einem 5kOhm Trimmer an stelle des Servopoties. Die Servoelektroniken sind zwar auch nicht der Weißheit letzter Schluß, der Nullpunkt driftet schon mal in bißchen weg, aber sie sind eben doch meines Wissens die preisgünstigste Alternative. Bei
www.microantriebe.de gibt es tolle, 33 EUR teure, selbstkalibrierende, winzigkleine Drehzahlsteller.
Der Empfänger ist ein 5-Kanal-Rex, oder so. Die zwei Schubmotoren werden über einen Conrad Mischer angesteuert, welchen ich auf etwas mehr als IC-Größe verkleinert habe. Er sitz über dem Empfänger, siehe Bild. Die Kamera ist eine Dexa-Web-Cam (Loitech Derivat oder Plagiat). Mit etwas nachfeilen paßt sie sehr gut in das Abflußrohr. Die Kamera ist komplett von der Bordelektronik getrennt. Das könnte man auch anders machen, da die Versorgungsspannung einer USB-Web-Cam 5V beträgt und somit zur Bordspannung nahezu kompatibel ist. Dann bracht man statt vier nur zwei Adern zum Notebook zu führen. Die Kameraplatine ist mit Heißkleber direkt vor die Technikplatte geklebt. Die Technikplatte besteht wie man sieht aus Platinenmaterial. Das hat den Vorteil, dass man einige Bauteile, die Trimmer z.B. direkt befestigen kann und ohne Extraaufwand die Energieverteilung durch das gesamte Boot bewerkstelligen kann.
Geschaltet wird mit einem 4-poligen Dip-Schalter die Versorgungsspannung für die RC-Anlage, einmal zwei und einmal vier LED-Scheinwerfer und einmal die Positions-Blink-LED. Zur Verkabelung sollte man folgende Tipps von Thorsten Feuchter noch beachten:
http://home.t-online.de/home/tfeuchter/Tipps/stoer.htm!!
So, das war es, mehr fällt mir gerade nicht ein. Falls jemand doch noch Fragen hat kann mir gerne eine eMail schreiben.